E101 startet und endet in Grindelwald auf rund 1.034 m. Die Runde führt einmal rund um das Eiger-Massiv durch das klassische Berner Oberland. Der höchste Punkt liegt bei ca. 2.678 m, der tiefste bei ca. 891 m.
Streckencharakter
Der E101 ist keine gleichmäßig laufbare 100-km-Runde. Lange Anstiege, technisch anspruchsvolle Abstiege und mehrere exponierte Passagen über 2.000 m wechseln sich mit schnelleren Talabschnitten ab. Die entscheidende Belastung liegt in der zweiten Hälfte: Nach dem Tiefpunkt bei Burglauenen folgen auf bereits müden Beinen die Anstiege Richtung Wengen und Männlichen. Das Höhenprofil belohnt deshalb einen kontrollierten Start stärker als aggressives Tempo auf den ersten Kilometern.
Vier Akte statt einer gleichmäßigen Runde
Den E101 liest man am besten als vier eigenständige Akte, nicht als einen durchgehenden 100-km-Lauf.
- Nachtstart und die ersten 1.000 Höhenmeter. Von Grindelwald steigt der Kurs praktisch ab der Startlinie zur Grossen Scheidegg. Das dichte Feld und die Dunkelheit um 04:00 verleiten dazu, zu schnell loszulaufen.
- Die Hochroute um First und Faulhorn. Nach dem Abstieg nach Bort führt der Kurs zurück in offenes, exponiertes Gelände um First, den Hochpunkt am Faulhorn (rund 2.678 m) und die lange Querung Richtung Schwand, meist schon in voller Sonne.
- Der technische Mittelteil nach Burglauenen und Wengen. Ein langer Abstieg zum Tiefpunkt bei Burglauenen, danach der Wiederanstieg aus dem Tal nach Wengen. Hier melden sich Hitze und Ermüdung zum ersten Mal deutlich.
- Das alpine Finale. Der steile Anstieg nach Männlichen, die Passage bei Kleine Scheidegg unter der Eiger-Nordwand, der lange nächtliche Abstieg nach Brandegg und ein letzter Stich hinauf nach Pfingstegg vor Grindelwald.
Schlüsselanstiege und Abstiege
Aus dem offiziellen Stationsprofil gelesen, sind die entscheidenden Belastungen konzentriert und steil, nicht gleichmäßig verteilt:
- Grindelwald → Grosse Scheideggkm 0–9+990 m112 m/km
- Bort → Firstkm 18–24+630 m113 m/km
- Burglauenen → Wengenkm 55–64+770 m86 m/km
- Wengen → Männlichensteilsterkm 64–69+945 m193 m/km
Der härteste Abstieg spiegelt das: Kleine Scheidegg nach Brandegg verliert etwa 1.170 m gegen rund +465 m Gegenanstiege, ein langer Nachtabstieg, der Oberschenkel und Füße deutlich stärker fordert als es der Kilometer vermuten lässt. Das Muster bleibt gleich: Der E101 versteckt seine Schwierigkeit in der Steilheit und in der Lage der Anstiege, nicht in der reinen Höhe.
Untergrund und Gelände
Der E101 ist kein einheitlicher Untergrund. Der größte Teil folgt schmalen Schweizer Bergwegen (weiß-rot-weiß), oft steil, steinig und stellenweise exponiert. Schnellere Schotter- und Servicestraßen tauchen auf einigen Abstiegen und Zustiegen auf, dazu kommen kurzer Asphalt durch die Ortschaften sowie an Start und Ziel, und die Schlusskilometer unter der Eiger-Nordwand mischen steile Grashänge, Bäche und Bergpfad. Treffender als ein reines Geröllrennen ist die Beschreibung: technischer Bergweg mit steinigen, exponierten Abschnitten, eingebettet in die Infrastruktur der Jungfrau-Region.
GPX-Download
Der GPX-Download ist auf der E101-Rennseite verfügbar.

