Als Ultra gilt alles, was länger ist als ein Marathon (42,195 km). Häufige Distanzen sind 50 km, 100 km und 100 Meilen.
Wechselnder Untergrund, Höhenmeter und technische Abstiege machen das Tempo weniger wichtig. Entscheidend sind Belastungssteuerung, Stabilität und sauberes Laufen im Gelände.
Wähle eine kürzere, weniger technische Strecke mit fairen Zeitlimits und gut erreichbaren Verpflegungspunkten. Für viele passt ein Trailrennen über 20–30 km oder ein unkompliziertes 50-km-Rennen als erstes Ultra.
Ja, aber du musst kreativ werden: Treppen, Brücken, das Laufband mit Steigung und laufspezifisches Krafttraining helfen. Wenn möglich, fahr ab und zu in bergiges Gelände, damit sich deine Beine an Abstiege und den Untergrund gewöhnen.
Wenn du bereits einen Marathon gelaufen bist, reichen oft ein paar Monate mit solider Grundlage und langen Läufen. Mit weniger Erfahrung solltest du mehr Zeit einplanen.
Es gibt keine feste Zahl. Steigere den Umfang langsam und gleichmäßig; im Trail sind Zeit auf den Beinen und Höhenmeter oft aussagekräftiger als reine Kilometer.
Lange Läufe sind zentral, sollten dir aber nicht die ganze Woche zerschießen. Die längsten Einheiten dauern meist 2,5 bis 4 Stunden und nur selten länger.
Nicht zwingend, aber sehr hilfreich für Stabilität, Abstiege und Verletzungsprophylaxe. Zwei kurze Einheiten pro Woche für Beine, Gesäß und Rumpf reichen oft aus.
Ja, wenn du Zeit dafür hast. So kannst du Ausdauer aufbauen, ohne die Gelenke zusätzlich so stark zu belasten.
Mindestens ein kompletter Ruhetag tut den meisten gut. Wenn Müdigkeit oder Schmerzen zunehmen, ist noch mehr Training meist keine gute Idee.
Gehen ist erlaubt und oft klug, besonders an steilen Anstiegen. Es spart Energie und ist manchmal schneller als erzwungenes Laufen bergauf.
Starte vorsichtig und halte die Belastung unter Kontrolle. Das Ziel beim ersten Ultra ist ein gleichmäßiges Rennen ohne großen Einbruch in der zweiten Hälfte.
Meist 10 bis 14 Tage vor dem Rennen: Das Volumen geht runter, ein paar kurze Intensitätsreize bleiben. Es ist besser, leicht untertrainiert als übermüdet an der Startlinie zu stehen.
Die Basis sind Schlaf, Essen und ruhige Tage. Nach einem Ultra brauchen viele einige Wochen mit sehr lockerer Bewegung, bevor sie wieder normal laufen.
Am häufigsten sind Überlastungsprobleme an Knien, IT-Band, Schienbeinen und Füßen. Vorbeugen kannst du mit einer langsamen Belastungssteigerung, Krafttraining, Mobilität und passenden Schuhen.
Teste Schuhe, Socken und Rucksack bei langen Läufen, nicht erst am Renntag. Nutze bewährte Mittel gegen Scheuerstellen.
Iss früh und regelmäßig, statt erst zu reagieren, wenn du schon leer bist. Viele Läuferinnen und Läufer kommen mit etwa 200 bis 300 kcal pro Stunde gut zurecht, aber das musst du im Training testen.
Kohlenhydrate, wenig Ballaststoffe, wenig Fett: also leicht verdauliche Lebensmittel. Iss nur Dinge, die du kennst und gut verträgst. Keine Experimente am Renntag.
Meist reicht es, 1 bis 3 Tage vor dem Rennen die Kohlenhydratzufuhr sinnvoll zu erhöhen und auf eine gute Flüssigkeitszufuhr zu achten.
Nimm innerhalb von 1 bis 2 Stunden Kohlenhydrate und Protein auf, um die Regeneration anzuschieben.
Bei Ultras fast immer ja. Die Abstände zwischen den Verpflegungspunkten können lang sein, und die Bedingungen können sich schnell ändern. Eine kleine Flüssigkeitsreserve gibt dir Sicherheit und Kontrolle.
Wähle Schuhe, die zum Terrain und zu deinem Fuß passen: Grip, Stabilität und ausreichend Platz im Vorfuß sind entscheidend.
Das hängt von der Pflichtausrüstung ab, also prüfe unbedingt die Ausschreibung. Das Minimum ist eine bequeme Laufweste oder ein Gurt für Flüssigkeit und Verpflegung, grundlegende Sicherheitsausrüstung wie Rettungsdecke und Stirnlampe, falls das Rennen in die Nacht gehen kann, und wettergerechte Kleidung.
Ein Dropbag ist eine Tasche, die der Veranstalter zu einem festgelegten Verpflegungspunkt transportiert. Das lohnt sich, wenn du Socken oder Schuhe wechseln, eigene Verpflegung nachlegen oder dich mental neu sortieren willst.
Meist gibt es Wasser, Iso und einfache süße oder salzige Snacks; bei langen Rennen manchmal auch warme Speisen. Am besten prüfst du das konkrete Angebot auf der Website des Rennens.
An großen Verpflegungspunkten gibt es oft mobile Toiletten, unterwegs meist nur Büsche und etwas Diskretion. Nimm Taschentücher mit und halte dich an Leave No Trace.
Trage den Müll bis zum nächsten Verpflegungspunkt oder bis ins Ziel. Wegwerfen kann zur Disqualifikation führen und ist schlicht unsportlich.
Das hängt von den Regeln und von der Sicherheit ab. In technischem Gelände musst du andere Läuferinnen und Läufer und deine Umgebung hören, deshalb werden Kopfhörer oft nicht empfohlen oder sind verboten.
Bei langen, steilen Anstiegen können sie die Beine deutlich entlasten und dir helfen, den Rhythmus zu halten. Übe unbedingt vor dem Rennen mit ihnen.
Teile das Rennen in kleine Etappen und halte dich beim Essen und Trinken an deinen Plan. Ein Tief entsteht oft durch zu wenig Energie, zu wenig Flüssigkeit oder einen zu schnellen Beginn. Denk daran: Tiefs gehen vorbei, ein DNF bleibt im Ergebnis.
Sie können gesund sein, wenn du vernünftig trainierst, sauber regenerierst und Warnsignale ernst nimmst. Das größte Risiko ist: zu viel, zu schnell, zu hart.