Der Panorama Marathon Ultra ist ein anspruchsvoller Berglauf im Allgäu, dessen offizielle 69,5 Kilometer und 3.089 Höhenmeter leicht über die tatsächliche Belastung hinwegtäuschen. Für die Renneinteilung ist vor allem wichtig: Der schwerste Anstieg kommt erst nach Oberstdorf.

Streckencharakter
Der Auftakt verlangt sofort Zurückhaltung. Von Sonthofen bis Grasgehren sammeln sich bereits viele Höhenmeter, danach führt die Strecke über Rohrmoos, Hörnlepass und Söllereck, bevor sie zur Erdinger Arena nach Oberstdorf abfällt. Der Talabschnitt wirkt wie eine Erholung, ist aber vor allem eine kurze Übergangsphase vor dem entscheidenden Schlussanstieg.
Vier Akte statt einer einzigen Linie
Es hilft, den Panorama Marathon Ultra in vier unterschiedliche Rennabschnitte zu unterteilen.
- Sonthofen bis Grasgehren. Der Auftaktanstieg prägt den ganzen Tag. Wer sich in der ersten Stunde vom Startadrenalin treiben lässt, erreicht Grasgehren bereits mit unnötig schweren Beinen.
- Grasgehren bis Söllereck. Dieser Mittelabschnitt wechselt zwischen Anstiegen, Abstiegen und offenen Passagen. Ein gleichmäßiger Rhythmus zahlt sich hier mehr aus als unnötige Tempoverschärfungen.
- Söllereck bis Oberstdorf. Die Strecke fällt zum 49-km-Cut-off an der Erdinger Arena ab. Hier zeigen sich Überhitzung und Verpflegungsfehler oft zum ersten Mal klar.
- Oberstdorf bis Wonnemar. Der späte Anstieg über die Gaisalpe zum Sonnenkopfgipfel ist der eigentliche Knackpunkt. Erst danach beginnt der lange Rückweg bergab nach Sonthofen.
Schlüsselanstiege in der zweiten Rennhälfte
Ein großer Teil der Höhenmeter wartet erst in der zweiten Hälfte. Deshalb sagt eine komfortable Zwischenzeit zur Rennmitte noch wenig über die mögliche Zielzeit aus:
- Sonthofen → Weltcuphüttekm 0–7.8früher Rampenblock
- Weltcuphütte → Grasgehrenkm 7.8–18.2zweiter Auftaktanstieg
- Rohrmoos → Söllereckkm 24.6–40langer Mittelteil
- Erdinger Arena → Sonnenkopfgipfelsteilsterkm 49.4–59.5entscheidender Spätanstieg
Der entscheidende Abschnitt sind die rund zehn Kilometer von der Erdinger Arena zum Sonnenkopfgipfel. Dort treffen Hitze, die muskuläre Vorbelastung der bisherigen Auf- und Abstiege und der näher rückende Zielschluss zusammen.
Untergrund, Schuhwahl und der Preis des Schlussabstiegs
Die Strecke ist kein weicher Dauertrail. Sie mischt Schotter, harte Wege, Asphaltanteile und technische Abschnitte so, dass vor allem die zweite Rennhälfte muskulär teuer wird.
- Ein stabiler Trail-Schuh mit gutem Halt auf harten Untergründen ist oft sinnvoller als ein sehr aggressives Schlammprofil.
- Die langen Abstiege bestrafen Schuhe, in denen der Fuß auf Schotter und Asphalt zu viel arbeitet.
- Der Schlussabstieg nach Altstädter Hof bleibt laufbar, kostet aber Quadrizeps und Konzentration genau dann, wenn der Tag schon lang ist.
Für diese Strecke lohnt sich meist ein Modell, das bergab Ruhe gibt, statt nur am steilsten Einzeltrail maximalen Grip zu versprechen.



